Wartung & Verschleiß

Service > Downloads > Wartung & Verschleiß

Verlässlich lange Lebensdauer

Sollen Federkraftbremsen optimal und sicher funktionieren, müssen sie turnusmäßig überprüft und gewartet werden. INTORQ Federkraftbremsen sind verschleißfest und für lange Wartungsintervalle ausgelegt. Funktionsbedingt unterliegen Reibbelag, Verzahnung zwischen Bremsrotor und Nabe sowie Bremsenmechanik dennoch einem physikalischen Verschleiß.

Um die Überprüfungs- und Wartungszeiten zu reduzieren, können diese Schritte zusammen mit anderen Wartungsarbeiten an der Anlage erfolgen. Zudem geht es oft deutlich schneller, wenn die Bremsen leicht zugänglich sind. Bitte berücksichtigen Sie das beim Einbau der Antriebe in die Anlage und bei deren Aufstellung. 

Warum warten?

Ohne regelmäßige Wartung kann es zu Betriebsstörungen, Ausfällen oder Anlagenschäden kommen. Für eine optimale Wartung braucht jede Anwendung ein an die Betriebsbedingungen und Belastungen der Bremse angepasstes Wartungskonzept. (Übrigens gelangen Sie durch den QR-Code auf unseren Bremsen direkt zu den richtigen Unterlagen – z.B. um die Betriebsanleitung zu lesen oder Ersatzteile zu bestellen.)

Eine Übersicht über Wartungsintervalle und -arbeiten für die INTORQ Federkraftbremsen finden Sie hier:


Wartungsintervalle & -arbeiten
Baureihe

Zeitintervall

Wartungsarbeiten

BFK457-XX
BFK460-XX
BFK461-XX
BFK458-XXX
BFK468-XXX

bei Betriebsbremse:

  • gemäß Standzeitberechnung,
  • sonst halbjährlich,
  • spätestens nach 400 Betriebsstunden

Inspektion bei angebauter Bremse:

  • Lüftfunktion und Ansteuerung prüfen
  • Luftspalt messen (ggf. Nachstellen)
  • Rotordicke messen (ggf. Rotor tauschen)
  • thermische Schädigung von Ankerscheibe oder Flansch (dunkelblaues Anlaufen)

Inspektion nach Abbau der Bremse:

  • Spiel der Rotorverzahnung prüfen (ausgeschlagene Rotoren wechseln)
  • Ausschlagen der Drehmomentabstützung an Hülsenschrauben und Ankerscheibe
  • Federn auf Beschädigung prüfen
  • Ankerscheibe und Flansch prüfen
    – Ebenheit BG06-BG12 < 0,06 mm
    – Ebenheit BG14-BG25 < 0,1 mm
    – max. Einlauftiefe = Nennluftspalt der BG

Bremsen mit defekten Ankerscheiben, Hülsenschrauben, Federn oder Flanschen sind komplett zu erneuern.

bei Haltebremsen mit Notstopp:

  • minimal alle 2 Jahre
  • spätestens nach 1 Mio. Zyklen
BFK458-XXL
bei Betriebsbremsen:
  • gemäß Standzeitberechnung,
  • sonst halbjährlich,
  • spätestens nach 4000 Betriebsstunden
bei Haltebremsen mit Notstopp: 
  • minimal alle 2 Jahre
  • spätestens nach 10 Mio. Zyklen
  • kürzere Intervalle bei häufigen Notstopps vorsehen
BFK418-XXR
Haltebremse mit Notstopp: 
  • minimal alle 2 Jahre
  • spätestens nach 5 Mio. Zyklen
  • kürzere Intervalle bei häufigen Notstopps vorsehen
Inspektion der Bremse eingebaut im Motor: 
  • Lüftfunktion und Ansteuerung prüfen
  • Verschleißkontrolle nur durch Messung des Lüftstroms möglich (Stromwert?)
Verschlissene BFK418 sind komplett zu erneuern, keine Reparatur möglich.
Grundsätzlich gilt bei Inspektions- und Wartungsarbeiten:
  • Die Wartungsarbeiten führen Sie bitte unbedingt so durch, wie sie in den jeweiligen Betriebsanleitungen beschrieben sind.
  • Verunreinigungen durch Öle und Fette mit Bremsenreiniger entfernen, ggf. Bremse nach Ursachenklärung erneuern. Schmutz und Partikel im Luftspalt zwischen Magnetteil und Ankerscheibe gefährden die Funktion!
  • Nach dem Austausch des Rotors wird das ursprüngliche Bremsmoment erst nach dem Einlaufen der Reibflächen erreicht. Nach dem Rotorwechsel tritt bei eingelaufenen Ankerscheiben und Flanschen ein erhöhter Anfangsverschleiß auf. In diesem Fall Luftspalt ggf. frühzeitig nachstellen.

Wartungsintervalle berechnen

Die Intervalle, in denen die Wartung erfolgt, ergeben sich bei Arbeitsbremsen in erster Linie aus ihrer Belastung. In die Berechnung fließen alle Verschleißursachen und auch die Einflussfaktoren mit ein. Bei niedrig belasteten Bremsen, z.B. Haltebremsen mit Notstopp, empfehlen wir eine turnusmäßige Inspektion. Die Standard-Intervalle dafür finden Sie in den jeweiligen Betriebsanleitungen.

Hier haben wir für Sie die üblichen Ursachen für Verschleiß einzelner Komponenten, Einflussfaktoren und Auswirkungen zusammengestellt:

Wartungsintervalle berechnen

Komponente

Verschleißursache

Einflussfaktoren

Auswirkung

Reibbelag
  • Betriebsbremsungen
  • Notstopps
  • Überschneidungsverschleiß beim Anfahren und Stoppen des Antriebs
  • Aktives Bremsen durch den Antriebsmotor mit Unterstützung der Bremse (Quickstopp)
  • Anlaufverschleiß bei Motoreinbaulage mit vertikaler Welle auch bei offener Bremse
  • umgesetzte Reibarbeit
  • Anzahl Start-Stop-Zyklen
Verschleiß des Reibbelages
Ankerscheibe und Flansch Reiben des Bremsbelags umgesetzte Reibarbeit Einlaufen von Ankerscheibe und Flansch
Verzahnung des Bremsrotors Relativbewegung und Stöße zwischen Bremsrotor und Bremsnabe Anzahl Start-Stopp-Zyklen Verschleiß der Verzahnung (primär rotorseitig)
Abstützung der Ankerscheibe Lastwechsel und Stöße im Umkehrspiel zwischen Ankerscheibe, Hülsenschrauben und Führungsbolzen Anzahl Start-Stopp-Zyklen, Höhe des Bremsmoments Ausschlagen von Ankerscheibe, Hülsenschrauben und Bolzen
Federn axiales Lastspiel und Scheerbelastung der Federn durch radiales Umkehrspiel der Ankerscheibe Anzahl der Schaltvorgänge der Bremse Nachlassen der Federkraft oder Ermüdungsbruch
  • Für die Berechnung der Lebensdauer von Rotor und Bremse und für die Festlegung der Wartungsintervalle müssen die maßgeblichen Einflussfaktoren quantifiziert werden. Die wichtigsten Faktoren dabei sind die umgesetzte Reibarbeit, die Anfangsdrehzahl der Bremsung und die Schalthäufigkeit.
  • Treten in einer Anwendung mehrere der angeführten Verschleißursachen gleichzeitig auf, sind die Einflussfaktoren bei der Verschleißberechnung zu addieren.